Türen schließen, neue öffnen

eine Türklinke

November ist ja meistens schwierig. Draußen schmuddelt’s, die letzten Blätter fallen und der Kalender erinnert uns im Wochentakt an das Vergehen. Gegen den Blues, nein: den Grau-s, hatte ich mir in diesem Jahr das Schreiben verordnet. Jetzt, am letzten Tag des Monats, sitze ich im Dunkelgrau und hoffe auf Licht hinter den Adventstürchen.

Wer die Kommentare meines letzten Beitrags gelesen hat, der weiß schon, dass es nicht geklappt hat mit mir und meinem NaNoWriMo-Projekt. Ich fühlte mich gehetzt, fand meine Texte schlecht, spürte nach ungefähr zehn Tagen nicht mehr, warum ich das schrieb, schrieb mich immer weiter in die Finsternis.

Seitdem ich entschieden habe, vorerst nicht weiter an der Sollbruchstelle zu schreiben, geht’s zwar nicht bergauf, aber gefühlt auch nicht weiter abwärts. Manchmal gelingt es mir sogar, einen kleinen Text zu schreiben, in dem ich mich erkenne. Vielleicht ist das der Weg für mich: kleine Schritte machen.

Da kommt mir Mias Blog-Adventskalender gerade recht: Mia beginnt morgen mit einer Geschichte und an jedem Tag bis Weihnachten erzählt eine auf ihrem Blog die Geschichte weiter. Übrigens, es werden noch Erzähler*innen = Türchenöffner*innen ab 11. Dezember gesucht. Meldet euch am besten direkt bei Mia.

Mein weiterer Plan für Dezember: das Lyrik-Modul im Rahmen meines Studiums abzuschließen. Es wird Zeit für Neues. Vergänglich oder nicht.

ein kleiner roter
apfel
verliert an
biss wie ich deinen
verlor ein
versprechen
im julimorgenrot der
innigste aller küsse war
der letzte du gingst
deinen weg ich meinen
in der tasche die frucht für
notzeiten im herbst
streichle ich
die runzeln
wir vergehen
ein apfel und
deine eva

ein schrumpliger roter Apfel

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5 Gedanken zu „Türen schließen, neue öffnen

  1. Liebe Amy,
    dieser wunderschöne runzlige Apfel strahlt für mich die Ruhe eines weisen alten Gesichtes aus. Das Leben hat Spuren hinterlassen und dennoch leuchtet der Apfel weiterhin rot und tröstend in das Novembergrau, das nun zum Dezembergrau wurde. Dein Gedicht strahlt auch, auch wenn es traurig ist, eine Liebe beendet zu haben. Es ist einfach rund und stimmig. Ich bin traurig mit Eva, aber auch getröstet mit Eva, die für Notzeiten Vorrat anlegt. Das ist eine kluge Frau.
    Ich hab manchmal im Herbst Kastanien in der Tasche, deren Schale sich erst ganz glatt und kühl anfühlt. Irgendwann springt sie dann aber auf und wird widerborstig und zur Vorratshaltung taugt sie auch nicht.
    Liebe Grüße
    Anne

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    • Ach, du bist die, die immer die Kastanien in die Tasche steckt? Ich mach das auch, zumindest die erste Kastanie des Herbst stecke ich immer ein. Wegwerfen kann ich sie dann später auch nicht … Ich überlege, wie ich den Apfel konservieren könnte, bis ich sagen kann: es ist vorbei, ich lasse los.
      Bis morgen, lG, Amy

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  2. Liebe Amy,
    solltest Du jetzt im Advent Plätzchen backen, dann würde ich ihn in die Blechdose zu den Plätzchen tun. Dann hält er die Plätzchen frisch und bleibt es vielleicht auch selbst und wenn nicht, dann lass der Natur ihren Lauf….
    Liebe Grüße
    Anne

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