Von digitaler Lust und Müdigkeit

schlafende schwarz-weiße Katze

Geschafft vom digitalen Trubel. Sleep von radiowire via Flickr, CC BY-NC-SA 2.0-Lizenz.

Lange habe ich sinniert, wie ich den magischen zwölften Wochenbeitrag füllen soll. Denn im #bks11 steht die 12 fürs Finale.  Erzähle ich etwas über Storytelling, jenes schon wieder angestaubte, ehemals hippe Schlagwort für Journalisten, PRler und andere Schreiberlinge? Nehme ich mir die Suchmaschinen-Optimierung noch einmal vor? Oder sammle ich Punkte beim Dozenten und teste TheBrain?

Nichts von alledem. Nach drei Monaten Schnelldurchlauf durch digitale Sphären habe ich ein immenses Ausruhbedürfnis. Lieber als jede neue Erfahrung ist mir heute das Innehalten und Zurückschauen. Wie war die Zeit? Was habe ich gelernt?  Für neue Software bleibt mir noch der Rest des Lebens.

Ich hatte meinen Spaß. Und ich hab mich gequält. Die Stunden zähle ich gar nicht. Auf meinem Rechner laufen mehr als 20 neue Programme, plus die Apps auf dem Smartphone. Ich habe einen Haufen Accounts bei Diensten angelegt, von denen ich höchstens die Hälfte weiter nutzen werde – vielleicht wäre Passwort-Management ein Thema für einen nächsten Post. Und ich bin schlauer als vor 12 Wochen.

So habe ich mein WordPress-Können gründlich aufgefrischt, nicht nur weil immer wieder Fragen von den lieben Kommillitoninnen kamen. Erstmals habe ich einigermaßen regelmäßig getwittert und eingesehen, dass ich niemals eine Million Follower haben werde. Manche getestete Programme wie Evernote oder Bibisco werde ich weiter nutzen. Und ich habe eine erste Idee davon, was digital alles möglich ist.

Ein Blick auf die Blogstatistik der erfolgreichsten Beiträge: Die Top3 belegen, dicht an dicht, der Aufruf zur Blogparade, mein eigener Beitrag zur Parade und mein erster Twitter-Post. Ganz hinten tummeln sich die arbeitsintensiven Beiträge mit Software-Tests. „Brennen, allein“ hatte bislang sechs Mal so viel Aufrufe wie „Gemeinsam schreiben„.  Ähnlich mau waren die Zugriffszahlen für Beitrag 1 und Beitrag 2 über Autorenprogramme. Hätte ich mir also die Arbeit sparen können? Nein, denn ich hab sie für mich gemacht.

Dennoch nehme ich die Zahlen ernst, offenbaren sie doch, was meine Crowd lesen will, worüber wir ins Gespräch kommen. Danke an meine Top-Kommentatorinnen Mia (25), Mo… (23), Anne (19), Ulrike (18) und Fe. (13) und alle anderen, die sich mit meinen Gedanken auseinandergesetzt haben. Apropos Gespräch, meine wertvollste Erfahrung der 12 Wochen ist die, dass auch ein digitales Miteinander verbindet. Ihr seht mich wehmütig, wo ich weiß, dass dieses intensive Miteinander jetzt auseinander geht.

Umso mehr freue ich mich auf reale Begegnungen, richtig Lust habe ich auf das Leben da draußen! Und nach einem kleinen Schläfchen wird es auch digital weitergehen.

Bis denne, eure Amy

13 Gedanken zu „Von digitaler Lust und Müdigkeit

  1. Liebe Miss Novice,
    noch eimal eine sehr differenzierte und gewohnt reflektierte und ehrliche Auswertug deiner und unserer letzten zwölf Wochen. 12 Wochen des #bks11, schönes Zahlenspiel, bei dem nächsten Jahrgang klingt das noch besser. 12 Wochen des #bks12… 🙂
    Ja, ich werde deine Beiträge vermissen, habe sowohl die fachlichen Inputs, als auch die literarischen und ehrlichen, persönlichen Beiträge sehr geschätzt. Wieviel Rechereche-Aufwand dahintersteckt, war mir beim Lesen immer sehr deutlich! Auch dafür ein großes Danke, denn so hast du mir und uns ein Thema vorbereitet und auf eine exemplarische Weise serviert.
    Die Zeit des 12-Wochen-Bloggens war sehr intensiv, auch ich habe aufgehört die Stunden zu zählen und merke auch wieder, dass es mir ein sehr liebgewordenes Ritual geworden ist, bei dir und den anderen vorbeizuschauen. So schiebe ich den Beginn meines heutigen Arbeitstages heute etwas nach hinten, damit ich diesen Kommentar hier noch schreiben kann.
    Danke dir für diese genialen zwölf Wochen Input auf eine ganz besondere Weise.
    Wir lesen und sehen uns,
    bis Freitag,
    Mia

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    • Liebe Mia, ich bin gerührt von deinen Zeilen, werde gar ein bisschen ROT. War doch nur mit Wasser gekocht … Ich freu mich auf ein Wiedersehen, digital und in Helle Mitte! Hoffentlich bekomme ich bis dahin noch eine Mütze Schlaf, take care, Amy.

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  2. Liebe Amy,
    auch ich bin wehmütig. Wie? Keine regelmäßigen Amy-Posts mehr? Aber du schreibst ja, dass es nach einer Pause digital weitergehen wird.
    Dass dein literarischer Beitrag, dieser dichte, poetische Text mehr Zuspruch, zumindest mehr Interesse (also mehr Klicks) gefunden hat als die Beiträge, in die du viel Arbeit und Recherche investiert hast, sollte dich nicht grämen: Zeigt diese Tatsache doch, wie sehr wir deinen persönlichen Ausdruck und dein literarisches Können schätzen — und dass uns das eben mehr berührt als irgendwelche Softwaretests. Oder wie siehst du das?
    Also: Schalt den Computer aus und genieß die Sonne da draußen. Und die Begegnung mit Menschen aus Fleisch und Blut.
    Herzlich, deine Fe.

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    • Ich sehe das ganz genau so:) Und zurzeit genieß ich die Sonne mehr als mir lieb ist, stehe jeden Tag im Wingert, hefte, breche aus … Aber ab morgen stürze ich mich ins Getümmel! Wir sehen uns, lG, Amy

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  3. Liebe Amy,
    Glückwunsch zum Finale und vielen lieben Dank für deinen Einsatz und deine interessanten, informativen sowie ausführlichen Posts zum Digitalen Schreiben. Nicht nur Du bist klüger, dank dir sind wir es ja auch. 😀
    Am allermeisten gefallen hat mir aber deine persönliche Art zu schreiben, ganz offen hast Du mit uns geteilt, Erfolge, Erkenntnisse und hier und da eben auch mal Frustration. Das fand ich immer gut. 🙂
    Ich hoffe sehr, dass das nicht dein letzter Post ist. Egal ob informativ oder literarisch oder beides, ich komme gern mal wieder vorbei!
    lg. mo…

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  4. Liebe Amy,
    vielen Dank für die 12 anregenden Wochen mit deine super interessanten Beiträgen! Für mich wäre Softwaretesten eine Folter. Umso mehr bewundere ich deinen Elan und wie verständlich und persönlich du uns deine Testergebnisse präsentiert hast.
    Statistik hin oder her – auch ohne Zahlenbeleg kann ich sagen, dass mir dein Beitrag „Brennen allein“ am besten in Erinnerung bleiben wird. Was für mich zeigt, das Kreativität sich aus dem echten Leben nährt und dass kein Computerprogramm einem Autor die Fantasie ersetzen kann. Wobei ich auch gemerkt habe, wie inspirierend der Austausch und die Einflüsse über unsere BKS11-Blogs waren und sind.

    In diesem Sinne hoffe ich, dass du nach verdienter Ruhepause wieder auf den Blogging-Zug aufspringst. 🙂

    Herzliche Grüße und bis Freitag
    Ulrike

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