The loneliness of a twitter user

Oder: Mein Netz macht nicht das, was ich will.

Ein kleines Finale sollte es heute werden, bei dem ich auf acht Wochen Twitter-Erfahrung zurückblicke, ein Buch bespreche, weitere Microblogging-Dienste vorstelle und schließlich den Sieger-Beitrag meines kleinen Twitteratur-Wettbewerbs küre. Ich löse alle Versprechen ein Stück weit ein, doch nach Feiern ist mir nicht zumute. Die elektronische Einsamkeit hat mich eingeholt.

Vor fünf Wochen versprach ich mir, fortan konsequenter zu twittern. Ich habe also regelmäßig Tweets abgesetzt, bevorzugt mit Links und Hashtags, fremde Tweets weitergezwitschert oder geliket. Aktuell stehe ich bei 51 Tweets, 42 mehr als vor fünf Wochen, macht etwa 8 pro Woche. In der gleichen Zeit ist die Zahl meiner Follower von 12 auf 29 gestiegen, ich gewann also 2 bis 3 wöchentlich hinzu. Allein unter diesem Aspekt betrachtet, war es ein mühsames Geschäft. Mit Freude habe ich dagegen beobachtet, dass immer mehr Leute aus meinem BKS-Jahrgang auf Twitter aktiv/er wurden bzw. sich mit mir vernetzt haben. Inzwischen sind wir 11, ein Zeichen #bks11?

Screenshot vom digitalschreiben-Twitterprofil

Mein Stand der Dinge bei Twitter: In den vergangenen fünf Wochen sind 42 Tweets und 17 Follower hinzugekommen.

Trotzdem muss da mehr gehen. Ich erinnere mich an den Kommentar von Christian Schön, der gleichzeitig sein Büchlein „Twitter für Autoren“ empfahl. Zeit, es endlich zu lesen. In anfängerfreundlicher Sprache beschreibt Schön Schritt für Schritt die Twitter-Nutzung und die Möglichkeiten dahinter. Dafür volle Punktzahl. Aber ich hab doch alles richtig gemacht! Sag ich mir beim Lesen. Vielleicht sind es die Feinheiten „Nein, ein einzelner Tweet pro Tag (…) reicht nicht aus.“ Bewege dich international. Das geht nicht, weil ich ein rein deutschsprachiges Produkt (Blog) anbiete. Und ich gestehe, die Statistik einer meiner Tweets oder die Analytics habe ich noch nie vorher angeschaut. Spannend. Sollte ich wirklich mal was verkaufen wollen, werde ich damit arbeiten. Twitter ist also auch eine Riesen-Datenkrake.

Was mich zum nächsten Thema bringt: Kann ich mich dem entziehen? Gibt es Alternativen in Sachen Microblogging? Nicht wirklich. Kein Dienst reicht in Sachen Einfluss an Twitter heran. Auch ist für eine Branchenfremde wie mich schwer zu überblicken, was gerade aktuell ist. Im Frühjahr wurde Mastodon gehypt, davor vielleicht Quitter, trsst, Gab, GNUsocial, identi.ca, Plurk, Twister … das brauch ich alles nicht.

Denn schon mit dem mächtigsten Werkzeug konnte ich nur 12 Internetnutzer zur Abstimmung über die schönste Minigeschichte zur elektronischen Einsamkeit locken, neun über PollDaddy, drei via Kommentar. Zwei Leserinnen haben uns je eine weitere Geschichte geschenkt. Euch allen herzlichen Dank!

And the winner is:

Gesponnen ein Netz aus Links und Likes. Berührt mich. Login: Keine neuen Nachrichten. Ich streichle mein Haar in den Schlaf.

Darf ich das annehmen? Glaubt ihr mir das? War der Tweet eine sich selbst erfüllende Prophezeiung? Die Sieger-Geschichte stammt nämlich von mir. Meine Glückwünsche gehen an alle, denn ich finde alle acht Beiträge stark. Und die Geschichte von der digitalen Einsamkeit wird fortgeschrieben. Hier und auf vielen weiteren bks11-Blogs.

Balkendiagramm

Das sagt der PollDaddy, es kommen noch je eine Stimme für „Schlaf“, eine für „sofort“ und eine für „immer“ hinzu. Damit landen wir bei 5:3:2:1:1:0!

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13 Gedanken zu „The loneliness of a twitter user

  1. Liebe Miss Novice,

    wie sehr ich deine Einsamkeit nachvollziehen kann. Ich begreife das twittern nicht im Ansatz, drücke , piepse, zwitscher, wohin ? Keine Ahnung .. Es wird sich mir noch erschließen, ihr macht mir alle Mut .

    Und natürlich: Herzlichen Glückwunsch zu dieser Geschichte – nicht nur mit der hast du mich bereichert, sondern auch mit deinem Blog, der für Ahnungslose wie mich eine nimmer versiegendes Füllhorn an Wissen darstellt.

    Noch eine letzte Frage: wo kann ich 140 Zeichen Geschichten schreiben? Das Format hat es mir angetan…

    all the best!

    Hedda

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Hedda, versteh ich deine Frage? Die 140 Zeichen sind genau das Twitter-Format. Du könntest z.B. ein Profil anlegen, auf dem du regelmäßig diese Mini-Geschichten sendest. Einige Twitter-User machen das mit großem Erfolg. Lies noch einmal den entsprechenden Absatz meines Posts „Pieps im großen Schnattern.“
      Viel Erfolg! Amy

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Amy,
    gratuliere zum wohlverdienten Publikumspreis für deine Twitter-Einsamkeits-Geschichte!
    Vielen Dank auch für deine gut recherchierten und kritisch hinterfragten Beiträge rund um das digitale Schreibthema – du hast es wirklich geschafft, mich dafür zu interessieren, obwohl ich eine Abneigung gegen diesen Technikkram habe! Und du hast mich motiviert und animiert, auf Twitter einzusteigen. Frust ist bei der ganzen Sache einprogrammiert, aber was die Follower angeht, ist Qualität echt mehr wert, als Quantität (finde ich).

    Du bist die #Social-Media-Queen von BKS11!

    Herzliche Grüße
    Ulrike

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    • Oh liebe Ulrike, du machst mich echt verlegen … queen finde ich ein bisschen dicke, zumal ich andere in unserm Kreis als viel kompetenter erlebe. Trotzdem tut dein Lob mir sehr gut, ich nehme es an und freue mich, dass meine – streckenweise Qual – dich und vielleicht auch andere bereichert hat! Dir würde ich im Gegenzug das Prädikat Abenteuer-Queen verleihen. Danke für all deine mutigen Reisen, auf die du uns entführt hast. Auf bald, deine Amy

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  3. Liebe Amy,
    siehste, so ein bissl Digitale Einamkeit hat auch was für sich. Man kann sie kreativ thematisieren & voll verdient auf dem Siegertron sitzen, mit Huldigungen und allen Ehren! 😉
    Congrats von der einen Drittplatzierten. 😀
    lg. mo…

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