Digitale Lektion 3: Vernetzung

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Wired von Clint Adair via Unsplash, CC0 1.0-Lizenz

Ungeplanter Beitrag. Spätestens seit Lektion 2 hatte ich das Thema geistig abgehakt, in meinem Post übers Bloggen klang es kurz an, gestern poppte es durch Ulrikes Kommentar hoch und heute werfe ich einen Blick auf meine Statistik. Da ist kein Entkommen, die Vernetzung spielt eine große Rolle beim digitalen Schreiben.

Nehme ich sie als Stütze war oder als Verpflichtung, immer wieder nachzulegen? Machen mich wirklich nur die echten Diskussionen meiner Themen glücklich oder schiele ich nicht doch auch nach schnellen Klicks?

Seit gut vier Wochen betreibe ich dieses Blog und die Wochenstatistik bildet schön ab, wie die Leute zu mir finden. Da hat sich ganz schön was verändert:

In Woche 1 kamen die meisten Besucher via Facebook, meine alten Bekannten waren neugierig. Dieses Interesse ist inzwischen fast komplett eingeschlafen. Außerdem hatten einige auf die Blogroll verschiedener BKS-Blogs geklickt.

Woche 2: Die meisten Zugriffe erfolgen vom WordPress-Reader, sind meiner Interpretation nach BKS-Kolleginnen. Spätestens jetzt MÜSSEN alle bloggen.

Woche 3:  Zugriffe via WordPress-Reader legen noch einmal kräftig zu, vereinzelt Zugriffe über die Blogrolls, drei Mal wird meine Seite bei Google gesucht.

Woche 4 ab 25. April, die Wende: Mein Twitter-Post erscheint, es gibt den Push von @spani3l, und prompt kommen zwei Drittel aller Besucher über Twitter auf meine Seite, die Zugriffszahlen bleiben ungefähr auf dem Niveau der Vorwoche.

Woche 5 läuft derzeit, Twitter führt.

Wie hätte ich mich gefühlt, wenn die Twitter-Menschen nicht gekommen wären?

5 Gedanken zu „Digitale Lektion 3: Vernetzung

  1. Dieses Vernetzungsding hat ja schon durchaus auch was von Wettrüsten – dicke Followerzahlen hier bringen mehr Klicks da, bladiblubb – letztlich schätze ich aber, dass es v.a. die individuelle Bedeutsamkeit der Schreibaktivität an sich ist, die einen entweder bei der Stange hält oder auch nicht. Regelmäßiges Schreiben im Flow ist eine nette Sache – und vermutlich sind viele damit zufrieden, wenn das auf Tinte und Papier stattfindet und anschließend bis zur nächsten Schreibsitzung in der Schublade liegt. Und manches gehört sicher sogar in die Schublade und nicht ins Netz.
    Manche Themen scheinen mir aber nativ mehr auf Kommunikation angelegt – Themen, die vom Austausch leben und weniger von der Präsentation. Braucht man viel Austausch oder reicht guter Austausch? Klicks schmeicheln einem vielleicht, aber schmeicheln sie mehr als beispielsweise ein einziger, wirklich guter, von jemand anderem geteilter Gedanke?

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  2. Liebe Miss Novice,
    ich mag das Foto, dass du ausgesucht hast, grün steht für mich für Verbindung, für Beziehung und für das, was daraus erwächst … Unabhängig von Likes und mehr hin zu dem, was da steht, danke dir, dass du mir immer neuen Infos über WordPress lieferst,
    viele Grüße,
    Sabine

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  3. Liebe Amy,
    ja ich gucke inzwischen auch nach, ob es auf meinem Blog neue Kommentare gibt und was da so geschrieben steht. Es schmeichelt meiner Eitelkeit, wenn das, was ich da so produziere, den Lesern gefällt. Ich habe inzwischen auch den Unterschied mitgekriegt zwischen der ernsthaften Auseinandersetzung um Themen in einem Blog und meiner Art einen Blog auf die unterhaltsame Tour zu gestalten mit vielleicht eher oberflächlichem Geplänkel. Mir fehlt bei einer Diskussion im Netz ein wichtiger Teil meines Gegenübers – das Gesicht, der Ausdruck in den Augen. Um es überspitzt auszudrücken: Was ich im Blog mache, begreife ich als feuilletonistisches Schreiben, das mir und den Lesern Spaß machen und unterhalten soll. Will ich Probleme bereden oder ernsthaft meine kleine Welt retten, dann gehe ich mit Freunden zum Weintrinken in die Kneipe um die Ecke, oder lade sie zum Essen an meinen Tisch ein. Da ich nicht bereit bin, mich der digitalen Welt bedingungslos auszuliefern, mich mit twitter, facebook und wem auch immer noch zu verbünden, werde ich wohl Digital-Dilettantin bleiben. Aber da werde ich weiter mein Unwesen treiben! Den nächsten VHS – Kurs “ Wie blogge ich besser“ habe ich schon ins Auge gefasst.

    Liebe Grüße
    Küchenmarie

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  4. Liebe Amy,

    du und — in seinem Kommentar — spani3l sprecht das an, was mir wohl die Bauchschmerzen im Bloggergetümmel verursacht. Das Entscheidende steht im 2. Absatz deines Beitrags: „Nehme ich sie als Stütze war oder als Verpflichtung, immer wieder nachzulegen? Machen mich wirklich nur die echten Diskussionen meiner Themen glücklich oder schiele ich nicht doch auch nach schnellen Klicks?“
    Da ist das Stichwort: schnell.
    Auch auf Seiten der Rezipientin, deren Sicht ich in diesem Kommentar einnehme und beleuchte.
    Irgendwie macht es mir ja Spaß, die Blogs meiner Kommilitoninnen zu verfolgen (trotz enormen, eigentlich unrealistischen Zeitaufwandes). Es macht mir große Freude, die unterschiedliche Herangehensweise der Beteiligten zu verfolgen, als könnte ich in die Köpfe der Leute eintauchen. Aber dann die Frage: wie real ist das eigentlich? Wie echt ist der Austausch? Und dann die nächste Frage: na und, muss denn alles immer „echt“ sein? Dieses ständige Gefasel von der Authentizität kann ja auch ganz schön nerven. Und reicht es nicht einfach, wenn es das ist, was es oft eben ist: oberflächlicher Austausch, ein neuer Impuls, eine Anregung, ein Gedanke, den ich sonst nicht gehabt hätte. — Nur schade (so kommt es mir nämlich auch vor), dass der Gedanke dann so schnell wieder verloren geht, wenn ich mich dem nächsten Blog, dem nächsten interessanten Gedanken, zuwende. Womit wir beim nächsten (oben genannten) Stichwort sind: bei der Schnelligkeit und Schnelllebigkeit. In der man (ich) ja gar keine Zeit hat (habe), die Informationen zu verdauen, weil schon wieder neue nachkommen und die, die gerade noch neu waren, verdrängen.
    Liegt das an mir? Bin ich einfach zu langsam? Bin ich zu bockig (in so einer Art Verweigerungshaltung), zu alt (im Geist, im Intellekt, zu konservativ; kann ich nicht ganz leugnen). Oder bin ich für diese Art der Kommunikation einfach ungeeignet?
    Oder liegt die Sache nochmal anders, und ich bin weder noch, sondern ich mache mir einfach zu viele Gedanken, statt es zu nehmen, wie es ist. Mich eben über die Vorteile (die Option der Erschließung neuer Gedankengänge und die Option zur Vernetzung) zu freuen. Und die Nachteile (Oberflächlichkeit, Schnelligkeit) hinzunehmen.
    Auf jeden Fall finde ich diese Metablogebene — sowohl aus Sicht der Bloggerin als auch aus der der Konsumentin — sehr interessant.
    Es grüßt nachdenklich
    Fe.

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