Digitale Lektion 2: Tempo

Bad Timing. Die Lektionen zu Vernetzung und Kontinuität überspringe ich atemlos. Heute geht es um den unerbittlichen Takt mancher digitaler Sphären.Gestern Abend zwitscherten Mo… und ich noch ein bisschen hin und her, da entdeckte uns @spani3l und wollte uns was Gutes tun, unsere Blogs und Twitterkanäle puschen. Plötzlich macht das Smartphone ping-ping-ping, dauernd neue Mitteilungen und die Besucherzahlen von digital schreiben schnellen hoch. Ich muss aber noch Futter wiegen, Katzenklo saubermachen, Taschen packen für Erfurt und Berlin, Kinder verabschieden … Also melde ich mich verlegen ab, der nächste Online-Tag kommt bestimmt.

Heute, nach der Autobahn, packe ich als erstes das Notebook wieder aus, gehe online: Nüscht ist passiert seit gestern. Keine Besucher, keine Kommentare, keine Tweets. Die vernetzte Welt hat mich vergessen, nachdem ich 18 Stunden offline war. Ich geh auf den WordPress-Reader, und meine #bks11-Kollegen haben schon wieder wild Beiträge erstellt. Dieses Tempo macht mich kirre.

Muss ich mich dem fügen, wenn ich digital erfolgreich sein will? Wahrscheinlich schon. Für den Moment entscheide ich, lieber nicht erfolgreich zu sein und dafür souveräner über meine Zeit zu verfügen.

In einer Gesellschaft wie dieser bin ich nur im Weg. Yeah!

 

 

13 Gedanken zu „Digitale Lektion 2: Tempo

  1. Jaja, dieses Getriebenheitsgefühl. Das kenn ich. Ich finde es dufte, dass Du unser digitales emotionales Sprachrohr bist und uns/ mir wiederholt aus der Seele sprichst. Da fühle ich mich verstanden und als Teil illustrer Gesellschaft. 🙂

    lg. mo…

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  2. Liebe Amy,
    wie Du ja weißt, bin ich eher noch analog als digital unterwegs. Aber sogar mich hat das Blog-Fieber (heißt wahrscheinlich in Digitalkreisen – wenn überhaupt – ganz anders) schon erfasst. Ich gucke in der Regel mindestens 2 mal täglich nach, ob sich nicht mal einer auf meinem Blog getummelt hat und was so auf den Blogs der anderen unterwegs ist. Jetzt habe ich durch das Präsenzwochenende mal 2 Tage Auszeit genommen und schon das Gefühl ziemlich hinterher hecheln zu müssen. Diese digitale Welt hat ihren eigenen Sog.
    Liebe Grüße
    Anne

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    • Liebe Anne,
      du und hinterherhecheln? Du hast in einer Woche drei Beiträge gepostet und bis eine der aktivsten Kommentatorinnen unserer Runde. Doch es ist wohl dieser Sog, dem wir uns nicht entziehen können, wenn wir einmal drin und vernetzt sind, der die Standards verschiebt … Ich schau natürlich auch regelmäßig, wer wo unterwegs ist. Drum verleihe ich dir auch eine Auszeichnung: Du warst gestern die einzige Besucherin meines Blogs! Für deine Treue belohne ich dich. Mit einem Kommentar deines letzten Posts. Tanz schön in den Mai, lG, Amy.

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  3. Liebe Amy,
    du sprichst mir auch total aus der Seele. Die digitale Welt sprintet in einem Tempo, dass ich auch oft das Gefühl habe, hinterher zu hecheln. Wenn man mitmischen will, muss man schnell sein, nach wenigen Stunden ist ein Thema oft schon passé. Gerade in den sozialen Medien (besonders bei Twitter) scheint mir das Interesse der Nutzer oft sehr kurzlebig und oberflächlich.

    Ganz anders erlebe ich allerdings unsere BKS Blogger-Community – auf jeden Fall was die hohe Qualität der Beiträge angeht, die auf jeden Fall zeitlos sind und nicht verglimmen, wie ein Strohfeuer. Ein bisschen unter Zeitdruck fühle ich mich heute, weil ich wegen unseres Präsenzwochenendes einige Tage nicht in die Blogs der anderen geschaut habe und jetzt mit dem Lesen und Kommentieren ein bisschen auf „Aufholjagt“ bin. Aber macht auch Spaß.
    Herzliche Grüße
    Ulrike

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