A rose is a rose is a rose

Digital schreiben über das digitale Schreiben. So einfach ist das. Thema dieses Blogs. Ausprobieren, Erfahrungen berichten, Bewerten. Dabei so tun als wäre es das erste Mal. Oft genug wird es das sein. Digitales Novizentum.

Doch der Begriff greift zu kurz. Allein meine Worte hier zeugen schon von einem bescheidenen digitalen Wissen. Da ist sogar mehr, nennen wir es digitale Neugier. Begonnen hat es vor mehr als 30 Jahren. Mitte der 1980er Jahre wurde ich zusammen mit meinen Klassenkamerad(inn)en in den neuen Computerraum der Schule geschoben. Ehrfürchtig standen wir vor den acht Monitoren, keine traute sich so recht, an einer der Tastaturen Platz zu nehmen. Dann zwang uns der Klassenlehrer. Was wir da tippten, ich weiß es nicht mehr. Doch ich sehe noch genau die eckigen, hellgrünen Buchstaben auf dem dunkelgrauen Bildschirm vor mir.

Vier oder fünf Jahre bis zum nächsten digitalen Kontakt, im Studium. Die ersten Hausarbeiten tippte ich noch auf der Schreibmaschine. Dann war die Zeit reif. Ende 1991 zog ein 286er bei mir ein. Seitdem ist irre viel passiert, in meinem Leben und in der digitalen Welt. Meine Berufsbiografie läuft parallel zu der von Rechnern und der IT-Entwicklung. Am Anfang war das Word, dann das ganze Office-Paket, plötzlich gab es quietschende Modems samt E-Mail und Internet. Ich lernte neue Programme für Statistik, GIS, wer kennt Atlas:ti? Später QuarkXpress und Dreamweaver. Content Management Systeme musste ich nutzen, HTML, CSS und PHP lernen. In die sozialen Netzwerke bin ich natürlich auch eingestiegen, hatte meine eigene Webseite und eigene Blogs.

Sieben eigene Rechner später, im Schreibstudium, entdecke ich die Handschrift, die Kladden und das Offline neu für mich. Meine Worte und Ideen scheinen sich in Tinte und auf Papier wohler zu fühlen. Dann zwingt mich ausgerechnet der Lehrplan, mich dem digitalen Schreiben zu stellen.

Also wieder bei Null. Kein Drama, eher eine Chance. Und so stelle ich mir als Kernfrage dieses (zeitlich begrenzten) Projekts: Welche digitalen Werkzeuge können mir als Autorin nützlich sein? Beim Schreiben selbst, aber auch beim Ideensammeln und Organisieren, beim Vermarkten und Publizieren? Mir wird ganz schwindelig, wenn ich Google danach befrage. So viele Tools, so viele Möglichkeiten.

Deshalb bitte ich Euch, liebe Leserinnen und Leser, mir bei der Auswahl zu helfen. Welches Werkzeug haltet Ihr als Schreibende für extrem hilfreich? Was sollte ich ausprobieren? Was macht einfach nur Spaß? Als Werkzeug begreife ich nicht nur allein eine Software oder eine App, sondern auch Techniken und Varianten, solche zu nutzen. Eure Erfahrungen, Kritik, Kommentare sind bei jedem Werkzeug willkommen!

Mindestens zwölf Wochen lang will ich jede Woche, bevorzugt am DIgitalen DIenstag, ein Werkzeug bzw. eine Gruppe von Werkzeugen hier besprechen. Und weil ich das ganze davor ein paar Tage zuvor testen möchte, steht das Thema für den nächsten DIenstag schon fest: digitale Notizen.

eine weiß-rosa Blume vor grauem Himmel

Rose von Pittou2 auf Flickr

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15 Gedanken zu „A rose is a rose is a rose

  1. Liebe Miss Novice,
    ich bin auch eine ziemliche Novizin was digitale Schreibwerkzeuge angeht. Synonyme (auf Woxicon) und Namenslisten im Internet haben mir bei der Textarbeit an einer Geschichte schon mal geholfen. Bin also gespannt, was für magische Instrumente du uns vorstellst.
    Amüsiert habe ich mich übrigens bei Deiner Einleitung über die „sieben eigene Rechner später“ – das ist mal eine originelle Art, seine Lebensphasen zu bestimmen. Dein Titelbild finde ich auch klasse (unverzagter Optimismus).
    Herzliche Grüße
    Ulrike

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    • Liebe Ulrike, so magisch wie deine Schreiborte ist die Computerwelt leider nicht. Du kannst mir als Mit-Novizin gerne einen Auftrag geben, was ich mal recherchieren soll, wie „ich hab gehört, da gibt es so eine App“ oder „es müsste ein Programm geben, das“. Muss auch nicht sofort sein. Herzliche Einladung!

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  2. Liebe Novizin,
    allein der Name ist schon Programm und gefällt mir im Zusammenhang mit dem Digitalen Schreiben ausnahmslos gut …
    Der Header des Blogs ist genial gewählt, verbindet etwas miteinander: Kreativität und digitales Schreiben. Markant schwarz weiß. Passt, gelungen ausgewählt.
    Digitale Notizen als Ausblick, da fällt mir mein Smartphone ein, mti seinen Notizfunktionen, damit schreibe ich, aber nur wenn ich keinen analogen Stift und kein ebensolches Papier mit dabei haben,
    viele Grüße,
    Sabine

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    • Liebe Sabine,
      bislang kommt mir die Bloggerei wenig kreativ, sondern eher technisch herausfordernd vor. Ach hätt ich bloß ein Thema gewählt, das mehr Raum zum Träumen lässt …, nicht nur in der Nacht. Auch an dich die herzliche Einladung, mir vorzuschlagen, was ich in einer der folgenden Wochen mal ausprobieren sollte.
      So long, Amy Novice

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  3. Hey Amy, bin sicher, dass an digitalen tools kein Darben ist – Keep, Evernote, Dropbox usw. Sehr spannend finde ich immer Meinungen zu TheBrain http://www.thebrain.com – flals Dir also irgendwan mal die Themen ausgehen sollten… 🙂

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    • Lieber Spaniel, natürlich ist kein Darben. Doch damit ich etwas ausprobiere, muss ich 1. um seine Existenz wissen, 2. mir sein Einsatz nützlich anmuten, 3. zumindest der Test kostenlos sein und 4., ganz wichtig, Lust drauf haben. Ich schau mal bei TheBrain vorbei und entscheide dann. Herzlichen Dank für den Vorschlag! Amy

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