Grünraums Blog-Adventskalender 2019 – Türchen 23

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Unsere Adventskalender-Geschichte begann mit dem Leiter-Ersatz-Verkehr. Statt eines Busses musste Henni, nicht mehr ganz jung, eine leuchtende Leiter nehmen, die gegenüber der Haltestelle an einem Baum lehnte. Mit ihren zwei Kilo Orangen im Beutel war Henni die Leiter hinaufgestiegen und hatte dabei wundersame Dinge erlebt: die Stadt ihrer Kindheit wiedergesehen, später ihre geliebte Großmutter und sich selbst als Kind, den Weihnachtsmann und ein Eichhorn getroffen, sie hatte an Jahren und Schwermut verloren, einen Wunsch frei gehabt, Vertrauen gespürt und einen Sprung gewagt. Doch dann war Henni von der Himmelsleiter gerutscht und fand sich gestern (Türchen 22) in einer Psychoklinik wieder. Ist das also der Boden der Realität?

Zum Nachlesen des bisherigen Geschehens die gesamte Geschichte als PDF.

Türchen 23

„Zeit für deine Medizin, Henni.“ Schwester Sieglinde war in Hennis Zimmer getreten und hielt ihr Pillenbecher und Wasserglas entgegen. Henni zuckte angesichts der Erscheinung. Sieglinde war die Frau mit der Warnweste, die sie auf die leuchtende Leiter geschickt hatte!

„Schwester, warum haben Sie das getan? Warum haben Sie mich in die Zauberwelt entführt, wenn ich am Ende doch hierbleiben muss?“

„Was redest du für wirren Kram? Hast du etwa eine Tablette ausgelassen?“, fragte Sieglinde, „Jetzt aber schnell runter mit der Zyprexa, sonst muss ich unseren Muskelprotz rufen.“

Henni nahm die Pille, schluckte sie und ließ sich in ihren Ohrensessel sinken. Tränen liefen die faltigen Wangen hinab. Schwester Sieglinde streichelte ihr übers Haar und verließ den Raum.

Bald fiel Henni in einen leichten Schlaf. Sie träumte von Lichtern und Sternen, Engeln und Eichhörnchen, Orangen, Füchsen und Stutenmännern. Sie hörte die Engel singen.

Weihnachtliche Collage

Einmal werden wir noch wach … Das letzte, 24. Türchen öffnet morgen Sabine im Grünraumschreibblog. Danke, Sabine, dass ich mitschreiben durfte, und allen, die mitgelesen und -geschrieben haben. Ein frohes Fest euch allen!

 

Grünraums Blog-Adventskalender 2019 – Türchen 6

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aus Holzpaletten geschnitzte Stadt mit Pflanzen und Lichterketten

Zum Nachlesen des bisherigen Geschehens  Türchen 1 / Türchen 2 / Türchen 3 / Türchen 4 Türchen 5  oder für Eilige die gesamte Geschichte als PDF.

Türchen 6

„He, Sie da von den Verkehrsbetrieben, irgendwas kann nicht stimmen. Der Bus fuhr nach links, da wo ich hinwollte, die Leiter führt nach oben.“

„Das Licht wird allen den rechten Weg weisen“, sagte die Frau seelenruhig.

„Na denn los, muss ja weitergehen“, grummelte Henni und überquerte die Straße, die Frau mit der Warnweste blieb an der Bushaltestelle stehen. „Kommen Sie nicht mit?“ rief Henni ihr noch zu, aber die Frau lächelte sie bloß auffordernd an. Vom Jungen mit der Felljacke war eher keine Unterstützung zu erwarten, der Nikolaus ließ sich auch nicht blicken, alles musste man selber machen.

An der Leiter angekommen, fluchte Henni wieder. Ausgerechnet heute hatte sie den Rucksack zuhause gelassen und ihren Kram in eine Plastiktüte gestopft, die beim Aufstieg stören würde. Die Handschuhe hatte sie auch liegen lassen. Mit ihrer Rechten tastete sie zaghaft nach den Holmen. Oh, wunderbar warm waren die, weder eisekalt noch brennend heiß, wie sie es von leuchtenden Glühbirnen kannte.

Beherzt kletterte Henni auf die erste Sprosse, dann auf die nächste und plötzlich befand sie sich schon fünf Meter über der Erde. Nur nicht nach unten schauen, Henni, dann wird alles gut, sagte sie sich. Sie spähte nach oben in den Baum. Vor ihren Augen lagen die Lichter der Stadt.

Wie es mit Henni auf der Leiter weitergeht, verrät morgen Anne auf ihrem Küchenblock.

Über der Haut, unter der Haut

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Kaleidoskopbild in Kobaltblau und Orange, erkennbar ein Mensch, Krallen und der Schriftzug

Blogparade „Darf ich Platz nehmen?“

1. Einmal die Erste sein, die du gerne zeigst, für die du die Arbeit liegen lässt, das Fußballspiel verpasst, deine Pläne änderst. Die du neben dir ausruhen lässt, wenn dir selbst nach Action ist, ihr ein Bad bereitest, danach ein Bett im Gerstenfeld. Der du bis zum Ende zuhörst, ohne gleich „ach komm“ zu rufen. Deren Zittern du verstehst, sie nicht hinters Steuer zwingst. Einmal nicht Bettlerin sein. Einmal war es so, da war ich Königin, nein, nur die zweite, la virreina. Weiterlesen

Anders wäre wunderbar

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bunte Tulpen vor dunklem HintergrundBlogparade #BKS11 – April, April, der weiß nicht, was es will

Einmal, Anfang April, war Amy bang, wahnsinnig bang.
Andere tanzten, pflanzten, säten, lachten,
ersannen Blogparaden, Frühjahr war das Thema.
Allein das A erlaubt!
Als Metapher wahlweise Realität:
Klaustrophobie (aus Vokabeln).
Sprachmangel, Platzangst, Atemnot,
das alte vertraute Abseits klammerte affenähnlich.
Gefangen.
Dämonen, habt Erbarmen! Weiterlesen